Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und Unterstützer,
liebe Bürgerinnen und Bürger Schneebergs!

Am 24.11.2011 verabschiedet Schneebergs Stadtrat mit den Stimmen der damaligen Bürgermeisterfraktion den Beschluss R11-90 "Schließung des Unterrichtsgebäudes Haus Diesterweg der Mittelschule Bergstadt Schneeberg".

Dass dieser Beschluss ausschließlich auf Beschlüssen und „Bescheiden“ fußt, die uns samt und sonders zur Unterlaufung des bis August 2008 geltenden Schulnetzplans initiiert und damit als zu den Wirkungen von möglicherweise strafwürdigen gegen die Interessen der Allgemeinheit der Bürger gerichteten Machenschaften einer umfangreichen Kollusion gehörend erscheinen, ist das eine.

Doch welche Lage tritt inzwischen für die Stadt ein?
Die für unser Verständnis so unselig beschlossene Verdrängung der öffentlichen Mittelschule aus ihrem zentralen verkehrsberuhigten Standort Diesterweg und die damit verbundene Einräumung des Standortvorteils für das Privatschulprojekt bedeuten nach unserem Eindruck nur Unheil und zwar für die öffentliche Schulbildung, für die Stadtentwicklung, aber auch unmittelbar für die Gesundheit und persönliche Sicherheit der Kinder der nun direkt an einen Schwerpunkt städtischer Verkehrsbelastung konzentrierten öffentlichen Mittelschule. Letztere Gefahr erscheint gerade durch die aktuelle Ratsvorlage 12-79 zur Umweltbelastung überdeutlich belegt. Wir verweisen hier auf die Erklärung von Stadtrat Vogel vom 20.12.2012.

Um das Ruder auf jedem dieser drei Hauptgebiete herumzureißen,erscheint die Rückverlegung der öffentlichen Mittelschule an ihren angestammten zentralen Standort Diesterweg geeignet und erforderlich: Denn nur das Umlenken in der Schulstandortortfrage würde tatsächlich den unseligen gordischen Knoten durchschlagen, die Koordinaten der Stadtentwicklung komplex wieder auf die Füße stellen und gleichzeitig die Sicherheit der Kinder wieder auf den erforderlichen Stand bringen. Die Rückkehr nach Diesterweg scheint uns dabei auch praktisch eher möglich als unmöglich, da die jetzt dort angeblich in Richtung „Verwaltungszentrum" durchgeführten Maßnahmen uns als ausgesprochen "dual use" erscheinen: Hinwendung zur öffentlich schulischen Nutzung braucht wohl nicht viel. Auch dem Neustädtler Rathaus (jetzt öffentliche Mittelschule) wieder Rathausfunktionen zu geben, dürfte keine Heldentat darstellen.

Gleichzeitig erscheint uns in einem solchen Prozess der Rückbesinnung auf das Gemeinwohl in der Stadt auch die rechtswahrende Begleitung und das entsprechende Eingreifen durch die dafür verantwortlichen Stellen des Freistaats, ausgehend von der Erforschung der tatsächlich unseren Anzeigen zugrunde liegenden Sachverhalte, unabdingbar.

16.01.2013

 
 

Vorgeschichte

Die Schüler wurden aus dem öffentlichen Mittelschulstandort Diesterweg vertrieben, um Schule und Einrichtung einem Privatschulverein zuzuschanzen? Haltlose Fiktion oder reale bürokratische Verachtung von Bürgerinteressen? Und statt sofortigem und endgültigem Zurückverlagern des Schulbetriebs nach Diesterweg, und sei es teilweise, jetzt richtig Steuergeld in den Standort Pestalozzi, ein ehemaliges Rathaus, stecken? Das alte Rathaus braucht das bestimmt, aber warum braucht Schneeberg den Umbau eines alten Rathauses, wenn es Diesterweg hat? Wie auch immer: Wegen des Ausfalls von Diesterweg hat die private Mittelschule in der Zwischenzeit die Standortvorteile in der Stadt für sich, kann so zulasten der öffentlichen Bildung in aller Ruhe einen "Kundenstamm" akquirieren und ausbauen. Damit erscheint uns die Zeit in Schneeberg sehr wohl gegen das Interesse der Allgemeinheit der Bürger, Schüler und Eltern an ihrem zentralen Mittelschulstandort Diesterweg und der öffentlichen Bildung insgesamt zu laufen – soll uns Bürgern das egal sein? Und dass mit dem Wegfall des öffentlichen Schulstandorts ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt der nachhaltigen Belebung des Stadtzentrums und der ganzen Stadt quasi weggeworfen würde, wollen wir tatsächlich mit einem Schulterzucken darüber hinweggehen?

 
An die Eltern, Schüler und Bürger der Bergstadt Schneeberg
 

Immerhin: Nun sind es die Kinder aller Klassenstufen der Mittelschule Bergstadt Schneeberg, denen mit aller Rücksichtslosigkeit die guten Räumlichkeiten und Fachkabinette des öffentlichen Mittelschulstandortes Diesterweg vorenthalten werden. Leerziehen des zentralen Mittschulstandortes des Stadt um jeden Preis erschien als das gemeinsame Ziel von Schulträger (Bürgermeister) und Schulbehörde: Damit bürden die Verantwortlichen gerade den Kindern aus dem Zentrum und den Siedlungen Schneebergs lange Schulwege und Busfahrten nach Neustädtel auf. Sie schränken damit ganz ungerührt deren Lern- und Entwicklungszeit ein, verminderten deren Zukunftschancen. Ganztagsangebote unter Einbeziehung der sehr guten Räumlichkeiten und Kabinette am noch öffentlichen Standort Diesterweg für die Schüler der öffentlichen Mittelschule - Fehlanzeige. Teures Geld ausschließlich in den Umbau des ehemaligen Neustädtler Rathauses (Pestalozzi-MS) stecken, um Vertreibung aus dem Stadtzentrum unumkehrbar machen?

 

Im Vorfeld des Schuljahres 2010/11 stellte sich uns die Reaktion vieler Eltern wie folgt dar: Lieber nehmen wir Schulgeld an der Privatschule in Kauf oder gehen ganz woanders hin, wenn wir sonst ohnehin nach Neustädtel müßten. Ein Schelm, der solche Schlußfolgerungen als von bestimmten Strippenziehern im Endeffekt gewollt, das heißt, als bewußte Standortbenachteiligung der öffentlichen Schule gegenüber der "privaten" zu erkennen glaubt? Ignorieren des öffentlichen Bürgerinteresses nach schulgeldfreiem Unterricht im Zentrum der Stadt, Herausbrechen einer großen Anzahl von Schülern als "Rohmaterial" für eine der öffentlichen Beschulung entgegen gerichtete "Interessenlage"?

 

Noch eins: Die nachhaltige Belebung des Zentrums der Stadt schreit für uns geradezu nach der Nutzung der dort befindlichen öffentliche Schule, in Fußwegentfernung von vielen Schüler, Eltern und Großeltern gerne frequentiert. Soll auch das ignoriert werden? Sollen wir am Ende nur in ein viel größeres "Privat"schulprojekt getrieben werden, ohne Rücksicht auf die Interessen der Eltern, Schüler und Bürger und der Entwicklung der Stadt als ganzem?

 
 
 

Demo in Schneeberg im Sommer 2006 gegen die Machenschaften des Verdrängens der schulgeldfreien Bildung aus dem Stadtzentrum

 
 

Was bleibt denn noch? Die berühmten "möglicherweise doch noch vorhandenen Möglichkeiten" suchen und nutzen, wo auch immer sie sein mögen? Jeden Weg noch einmal durchgehen? Immerhin besser als zu resignieren. Den Bürgern der Stadt gegenüber offen sein und klar sagen, was wir wollen und was nach unserem Eindruck erforderlich ist, das müssen wir ohnehin:

 

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Dass den nach unserem Eindruck hinterrücks eingeleiteten Manövern gewissen- und pflichtwidrigen Handelns gegen die Interessen der Allgemeinheit, der Eltern, Schüler und Bürger Schneebergs und des Umlandes zum Entzuge des zentralen Schneeberger Mittelschulstandortes "Diesterweg" von seiner öffentlichen schulgeldfreien Nutzung und zum Zuschanzen seiner Aktiva an einen Privatschulverein ein konsequentes Ende bereitet wird

 

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Dass die widerrechtlichen Machenschaften gegen den Schulnetzplan 2002 für ungültig erklärt werden.

 

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Dass durch die sofortige Beschulung des zentralen Mittelschulstandort Diesterweg die Mittelschule Bergstadt Schneeberg der Allgemeinheit öffentlich und schulgeldfrei erhalten bleibt: Statt dort mit der Bildung eines "Privatschulkombinats" den endgültige Weg in die Bildungsapartheid anzutreten, soll Haus Diesterweg endlich seine wirkliche Rolle für die Bürger spielen, als zentraler Bestandteil der öffentlichen Mittelschule Bergstadt Schneeberg und auch als Teil des Zentrums der Bergstadt Schneeberg!!!

 

Bis jetzt sind Gebäude und Einrichtung noch nicht dem Privatschulverein oder irgendwelchen anderen Dritten formell übertragen. Ob nun Riesenbeträge in den Umbau des alten Neustädtler Rathauses oder "Billigvariante": Hauptsache scheint, Diesterweg wird aus der Diskussion gehalten. Wer will hier wirklich die öffentliche Mittelschule retten? Wo ist hier die Verantwortung vor den Kindern, vor den Steuerzahlern?

 

Akzeptabel erscheint schlussendlich nur eins: Der Betrieb der Mittelschule Bergstadt Schneeberg muss schnell in das Schulgebäude der Diesterwegschule zurückkehren.
Unser Eindruck: Wer Diesterweg wegsperrt, gefährdet auf lange Sicht die Mittelschule Bergstadt Schneeberg, nimmt sie den Schülern und den Bürgern der Stadt (und auch den Lehrern) endgültig weg. Unser Eindruck auch: Wer Diesterweg wegsperrt, verweigert der Stadt einen der wichtigsten Dreh- und Angelpunkte der nachhaltigen Belebung des Zentrums und der gesamten Stadt. An die Stärken des Standortes Diesterweg anknüpfen, Diesterweg unverzüglich wieder beschulen, das scheint uns der einzige Weg im Interesse der Allgemeinheit der Eltern und Schüler wie auch der Stadtentwicklung als ganzem zu sein.

 
 


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