Wer wir sind - Was wir wollen
 

Der Verein entstand in der Diskussion interessierter Bürger insbesondere mit dem Ziel, die soziale Schieflage der aktuellen sächsischen Bildungspolitik zu verdeutlichen und gleichzeitig unseren eigenen Beitrag zu leisten und deutlich zu machen, dass die real vor uns stehenden demografischen Entwicklungen und die geringer werdenden Mittelzuweisungen nach qualitative hochwertigen Lösungen als der effizientesten Nutzung der Ressourcen verlangen. Mit dem Konzept der Gemeinschaftsschule, dem gemeinsamen Lernen in den Jahrgangsstufen bis z.B. zur Klasse 8, in Verbindung mit modernsten Lern- und Lehrmethoden (offenes, weitgehend selbstgesteuertes Lernen, auf die Persönlichkeit eines jeden Schülers abgestimmtes Unterrichten und Fördern) hat sich dazu ein Instrument entwickelt, dass effizienteste Verwendung unserer Steuergelder mit höchstmöglichem Nutzen für die umfassende Entwicklung eines jeden Lernenden verbindet.

Machtpolitik, wie unter anderem bei der Ablehnung der Gemeinschaftsschul-Vorlage am 05.01.2006 im Schneeberger Stadtrat und nun schon die ganze Zeit im Prozess des Ausbootens der öffentlichen Mittelschulbildung aus dem zentralen und noch dazu vom Schulnetzplan bestätigten Standort Diesterweg demonstriert, empfinden wir als abgrundtiefe, durch nichts zu rechtfertigende Verantwortungslosigkeit gegenüber den Zukunftschancen unserer Kinder, als Unrecht gegenüber uns Steuerzahlern, als im-stich-lassen unseres Gemeinwesens im weitesten Sinne.

Wir unterstützen aktiv den "Verein für Kinder- und Jugendförderung Adolph Diesterweg“ e.V. und treten an seiner Seite ein

  • gegen jegliche Form von Bildungs-Apartheid, gegen das Abdrängen der schulgeldfreien Bildung aus dem Zentrum Schneebergs an die Neustädtler Peripherie zugunsten einer neuen Privatschule

  • für die Erhaltung die Erhaltung und Stärkung des zentralen Schneeberger Mittelschulstandorts Diesterwegschule als für alle frei zugänglich schulgeldfreie Einrichtung, für die sofortige Einbeziehung der sich in hervorragendem Zustand befindlichen Räumlichkeiten und Fachkabinette an diesem Standort in ein überzeugendes Konzept ganztägiger Bildung

  • für die Nutzung modernster Lehr- und Lernmethoden, für die gezielte Förderung eines jeden Schülers im Rahmen einer zukünftigen Gemeinschaftsschule (staatlich, schulgeldfrei, für jeden Schüler zugänglich) am zentralen Schneeberger Schulstandort Diesterweg.

Es ist unsere Überzeugung, dass wir heute nichts weniger brauchen als eine Bildungs-Apartheid, in der sich die Chancen der Kinder nach dem Geldbeutel und dem Einfluss ihrer Eltern richten. Und der Steuerzahler diese Unrechtssystem mit seinen Groschen auch noch entscheidend finanziert. Wir wollen, dass allen Kindern schulgeldfrei die besten und fortschrittlichsten Lehr- und Lernmethoden offen stehen, dass sie Schule als Ort persönlicher Entwicklung, Erprobung und Erfüllung erleben, dass sie an ihren Erfahrungen und Erfolgen in gegenseitiger Verantwortlichkeit erstarken und wachsen und selbstbewusst den Herausforderungen der Zukunft in die Augen schauen können. Wir können zum Beispiel überhaupt nicht akzeptieren, dass die neue sächsische Landesregierung den Schulen in staatlicher Trägerschaft die Entwicklung von Gemeinschaftsschulen verbaut.

Möglicherweise erkennen nun Kräfte in der Regierung tatsächlich den für das gesamte Gemeinwesen höchst kontraproduktiven wie auch gefährlichenTrend der Ausgrenzung der öffentlichen durch die pseudoprivate Schulbildung und wollen endlich verantwortlich gegensteuern. Aber so sehr wir eine Verschärfung der finanziellen Rahmenbedingungen für die Scheinprivaten als ersten Schritt begrüßen: Er wird nicht tragen, zumindestens nicht allein. Es ist das Schulgesetz selbst, das sofort auf den Prüfstand gehört: Die Rahmenbedingungen für die Schulen in staatlicher Trägerschaft müssen endlich der wirklichen Situation in den Städten und Gemeinden auf der einen und dem pädagogischen Fortschritt auf der anderen Seite angepasst werden: Kleinere Schulen, endlich auch Gemeinschaftsschulen, Ermöglichung gemeinsamen Lernens bis vielleicht Klasse 8 usw.

Und noch ein Wort an die "bildungspolitische" Opposition wegen ihres derzeitigen Gewimmers: Setzen Sie sich endlich und vorrangig für die Modernisierung des Schulgesetzes ein. Dann hätten Sie auch ein ordentlichen Thema: Stellen Sie die längst überfälligen Reformen klar heraus und verlangen Sie sie ohne Umschweife dort, wo sie die Kinder auch wirklich erreichen: bei den Schulen in staatlicher Trägerschaft! (30.08.2010)